Wurzelkanalbehandlung


Zahn erhalten oder Zahn entfernen?

Zahnarzt-Praxis-Schaller

Diese Frage stellt sich häufig, wenn Patienten mit einer entzündeten Zahnwurzel den Zahnarzt aufsuchen. Oftmals werden so geschädigte Zähne gezogen und durch Brücken oder Implantate ersetzt. Für viele ist dies der Einstieg ins Alter des Zahnersatzes.

Das muss nicht sein! Viele Zähne kann man mit einer modernen Wurzelbehandlung retten und dem Patienten so Brücken, herausnehmbaren Zahnersatz oder künstliche Implantate im Kiefer ersparen. Dazu kommt der nicht unwichtige Kostenaspekt: Zahnerhaltung ist langfristig weitaus preiswerter als der Ersatz.

Wie lange, dunkle Kanäle sehen die Wurzeln eines Zahnes von innen unter dem Mikroskop aus. Mit haarfeinen Bohrern gereinigt, von infiziertem Material befreit, desinfiziert. Mit dem Mikroskop kann man erkennen, ob die Kanäle wirklich bis in die letzte Spitze sauber sind. Dann kann die Wurzel wieder gefüllt werden – mit einem körperverträglichen, kautschukähnlichen Material, das den Wurzelkanal zum Knochen abdichtet. Wenn der Zahn dann zum Mund hin mit einem Kunststoff bakteriendicht verschlossen ist, steht dem Erhalt des Zahnes kaum etwas im Wege.

Im Fachjargon heißt eine solche Behandlung unter örtlicher Betäubung Endodontie oder auch Wurzelbehandlung. Darauf haben sich in Sachsen inzwischen eine gute Handvoll Zahnarzt-Praxen spezialisiert, sie führen den „Tätigkeitsschwerpunkt Endodontie“ auf ihrem Praxis- Schild. Wer das darf, überwacht die Zahnärztekammer. Die Zulassungsbestimmungen in Sachsen sind streng. Entsprechende Fortbildungen, das nötige Wissen und die Fertigkeiten müssen nachgewiesen werden.

Bei richtiger Pflege können so behandelte Zähne ein Leben lang erhalten werden. Sie haben so nicht nur einen eigenen Zahn bewahrt, sondern es eröffnen sich auch andere Möglichkeiten für Zahnersatz, wenn dieser aufgrund anderer fehlender Zähne notwendig sein sollte.

für Patienten

Kein "toter Zahn", sondern Erhaltung körpereigener Substanzen!

Durch Wurzelkanalbehandlungen (Fachbegriff: Endodontie) können Zähne erhalten werden, deren "Nerv" (Pulpa) entzündet oder abgestorben ist - nicht immer, aber fast immer.

Mit entsprechendem Aufwand, nötigem Wissen und dazu gehöriger Ausrüstung kann man die meisten Zähne heute erfolgreich wurzelbehandeln. Als Erfolg sehe ich es, wenn der Zahn langfristig erhalten werden kann, nicht schmerzt und auf dem Röntgenbild eine technisch saubere Wurzelfüllung aufweist ohne Anzeichen einer Entzündung an der Wurzelspitze.

Einige revolutionäre Verbesserungen in den letzten 10 Jahren, wie z.B. Operationsmikroskope oder rotierende hochflexible Nickel-Titan-Instrumente, um nur zwei Dinge zu nennen, haben diesen Erfolg möglich gemacht.

Wurzelbehandlungen sind meist NICHT schmerzhaft! Akute Schmerzzustände kann man mit örtlicher Betäubung ausschalten. Manche Behandlungen erfordern nicht einmal eine Betäubung.

Quelle: Patientenbroschüre des Verbandes deutscher zertifizierter Endodontologen (VDZE) e.V.

Warum wird mein Zahn krank?
In den häufigsten Fällen erkrankt ein Zahn durch Kariesbakterien, aber auch Unfälle, zahnärztliche oder kieferorthopädische Behandlungen können die Ursache sein. Eine Entzündung bzw. Infektion im Inneren des Zahnes ist die Folge solcher Reize. Im Inneren eines Zahnes verzweigt sich ein Kanalsystem, in dem sich lebendes Gewebe (Pulpa) mit Nerven und Blutgefässen befindet. Leider ist die Abwehrleistung dieses Gewebes sehr eingeschränkt, so dass der Körper es manchmal nicht schafft, die Reize ausreichend abzuwehren und die Erkrankung auszuheilen. Früher gab es keine Rettung für solche Zähne. Da das Kanalsystem eines Zahnes oftmals sehr grazil und mit vielen Krümmungen versehen ist, gab es keine Behandlungsmöglichkeit, so dass der Zahn entfernt werden musste.

Wie kann der Zahnarzt helfen, damit ich den Zahn behalte?
Heute gibt es Möglichkeiten diese komplexen Kanalsysteme zu behandeln und damit Ihren Zahn auf Dauer zu erhalten.

Wie sieht die Abfolge der Wurzelkanalbehandlung aus?

Kofferdam  Zunächst wird der Zahn mit einem Gummituch (Kofferdam) zum Mundraum hin isoliert. Damit wird zum einen verhindert, dass Bakterien aus dem Speichel in den Zahn gelangen können, zum anderen wird sicher verhindert, dass Spülflüssigkeiten in den Rachen gelangen.    

Zugang  Der Zahnarzt verschafft sich einen Zugang zum Kanalsystem. Dabei muss er die äusserst feinen Kanalstrukturen sehr vorsichtig darstellen, um den Zahn nicht unnötig zu schwächen. Dafür sind Vergrösserungssysteme (wie z. B. Lupenbrille oder Mikroskop) oft unumgängliche Hilfen, um auch kleinste Details sicher zu erkennen und substanzschonend behandeln zu können.       

Aufbereitung  Im weiteren Verlauf reinigt der Zahnarzt die Kanäle mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spülungen. Wichtig ist vor allem, die Kanäle auf voller Länge zu reinigen. Dafür ist die Anfertigung von Röntgenbildern notwendig. Zusätzlich kann die Kanallänge auch elektrometrisch sehr genau bestimmt werden. Manchmal sind mehrere Sitzungen für medikamentöse Zwischeneinlagen notwendig, um den Zahn von Bakterien zu befreien.

Füllung   Nachdem die Kanäle gründlich gereinigt wurden, füllt der Zahnarzt das Kanalsystem mit Guttapercha, was ein biokompatibles Naturmaterial ist, ab. Dadurch wird verhindert, dass Bakterien das Kanalsystem wieder besiedeln und infizieren können. Der Zugang durch die Zahnkrone wird mit einem Füllungsmaterial dicht verschlossen. 

 

Welche anderen Möglichkeiten habe ich, den Zahn zu erhalten?

Die Wurzelkanalbehandlung stellt die letzte Möglichkeit dar, den Zahn erhalten zu können. Sie ist die einzige Alternative zur Entfernung des Zahnes. In den meisten Fällen muss ein verloren gegangener Zahn durch Zahnersatz (z. B. Brücke oder Implantat) ersetzt werden.

Können alle Zähne mit einer Wurzelkanalbehandlung erhalten werden?

Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt. So kann es in komplexen Füllen unmöglich sein, dass Kanalsystem sicher zu reinigen. In manchen Fällen muss ein chirugischer Eingriff unterstützend eingesetzt werden, um den Zahn sicher zu erhalten.

Wie ist die Prognose einer Wurzelkanalbehandlung?

Von der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung wird die Erfolgschance einer unkomplizierten Erstbehandlung mit bis zu 95 % angegeben. Bei einer Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung und bei komplexeren Füllen, bei denen entsprechend ungünstigere Ausgangsvoraussetzungen vorliegen, wird die Erfolgsquote immer noch mit über 80 % angegeben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese hohen Erfolgszahlen nur durch den konsequenten Einsatz der neuesten Behandlungsmethoden und Behandlungstechniken erreicht werden können.

Können Komplikationen auftreten?

Bei jeder Behandlung können Komplikationen auftreten. Der behandelnde Arzt kann Sie über Art und Umfang des Komplikationsrisikos aufklären.

Ist eine Wurzelkanalbehandlung schmerzhaft?

Mit den heutigen Anästhetika (Betäubungsmitteln) können Schmerzen sicher ausgeschaltet werden. In den meisten Fällen wird ein bestehender Schmerz erst durch eine Wurzelkanalbehandlung beseitigt. In einigen Fällen kann der Zahn nach der Behandlung für kurze Zeit sensibel sein. Dies ist meist eine Folge der vorangegangenen Infektion.

Wer führt eine Wurzelkanalbehandlung durch?

Jeder Zahnarzt hat während seiner Ausbildung die Grundprinzipien der Wurzelkanalbehandlung gelernt und kann damit eine einfache Wurzelkanalbehandlung durchführen. Bei vielen Zähnen ist die Durchführung einer erfolgreichen Behandlung jedoch sehr schwierig. Eine langfristig erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung benötigt zusätzliches Spezialinstrumentarium, Wissen und Erfahrung. Aus diesem Grunde gibt es in vielen Ländern Fachzahnärzte für Endodontologie. Auch in Deutschland gibt es Zahnärzte, die sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung sehr ausgiebig fortgebildet haben. Manche von ihnen verfügen sogar über eine zusätzliche Ausbildung mit abschliessender Prüfung und Zertifizierung (Zahnärzte mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Endodontologie).

Sind Röntgenaufnahmen notwendig?

Bei einer Wurzelkanalbehandlung sind vor, während und nach der Behandlung Röntgenaufnahmen notwendig, um einen sicheren und kontrollierten Behandlungsverlauf zu gewährleisten.

für Kollegen

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

immer mehr Kolleginnen und Kollegen zwischen Bad Elster, Hof, Gera und Chemnitz schenken uns ihr Vertrauen und überweisen uns ihre Patienten. Aus gutem Grund: Wir haben uns auf Wurzelkanalbehandlungen spezialisiert und garantieren Ihnen nicht nur die bestmögliche Weiterbehandlung, sondern übernehmen in enger Absprache mit Ihnen ausschließlich die konkrete Fallbehandlung.

 

Wichtige Informationen für Überweiser


- bitte geben Sie Ihrem Patienten eine schriftliche Überweisung mit, gern kann diese - gemeinsam mit vorhandenen Röntgenbildern - auch schon vorab als e-Mail geschickt werden.

- Termin zur Erstberatung des Patienten in meiner Praxis mit Untersuchung, Anfertigung von Röntgenbildern und umfangreiche Aufklärung über Risiken und zu erwartene Prognose der Behandlung. (Dies erfolgt bei Kassenpatienten über die Chipkarte, also für den gesetzlich versichteren Patienten kostenneutral). Der Patient bekommt im Anschluss eine ausführliche Informationsbroschüre sowie einen schriftlichen Heil- u. Kostenplan ausgehändigt.                           

- Durchführung der endodontischen Therapie einschließlich adhäsiver Versiegelung der Kanaleingänge und adhäsivem Aufbau / Stift für eine spätere - dann durch Sie vorgenommene - definitive Versorgung (z.B. Krone oder Teilkrone).


- Beschwerden nach Wurzelkanalbehandlung mit thermoplastischen Verfahren können in seltenen Fällen auftreten; der Patient wird hierüber aufgeklärt und ggf. analgetisch betreut.

- Rücküberweisung an Sie, Zusendung eines ausführlichen Arztbriefes und der Röntgenbilder, gern mit weiteren Therapievorschlägen, je nach Absprache.

- Bei der Berechnung orientieren wir uns bei den Steigerungssätzen der GOZ am Aufwand der Behandlung. Auch bei Privatpatienten kann es zu Eigenanteilen kommen, insbesondere bei aufwändigen Revisionen.
Bei Kassenpatienten werden Kassenleistungen abgerechnet, sofern nach Bema-Richtlinien zulässig. Leistungen wie Mikroskop, elektronische Längenmessung etc. werden nach Aufwand zusätzlich berechnet.